Die Gruppe Astenet-Walhorn zu Besuch bei Orgelbauer Guido Schumacher

Eupen, etwas versteckt Richtung Wesertalsperre liegt seit 2011 das Orgelbau Unternehmen von Guido Schumacher, das wir von der Gruppe Astenet-Walhorn im November mit großem Interesse erkundeten. Die Idee dazu hatte die Kerngruppe nach einem Besuch des Viriditas-Heilkräutergarten seiner Frau Michaela Schumacher-Fank.

In der großen lichtdurchfluteten Eingangshalle wurden wir von Guido Schumacher persönlich empfangen. Seine Begeisterung für Orgeln aller Art war ansteckend und weckte sofort unsere Neugierde.

Im Jahr 1981 ist Guido Schumacher als studierter Musikwissenschaftler, Kunsthistoriker und Organist in das 1956 gegründete Familienunternehmen eingestiegen. Ihm war als Co-Geschäftsführer wichtig, die Orgel als ein Ganzes zu sehen, auch wenn sie zur Herstellung und Restauration in die Einzelteile Gehäuse, Tasten, Register, Pfeifen aus Holz und Metall zerlegt wird. Mit den Jahren spezialisierte sich das Unternehmen mit seinen derzeit 14 Mitarbeitern und einigen selbständigen Zuarbeitern in die Fertigung aller Einzelteile im eigenen Haus. Das gibt es weltweit selten und macht das Unternehmen zu einem besonderen Ansprechpartner in Sachen Orgeln. Alles wird aus eigener Hand hergestellt, das Eichenholz wird sorgfältig ausgesucht, die unzähligen Pfeifen aus Blei gegossen oder aus Holz gezimmert und die Tasten/Register mit Leder beschichtet.

Ob Hausorgel oder Kirchenorgel, die Instrumente werden weltweit verkauft, zum Beispiel nach England, Irland, Norwegen oder sogar einmal nach Japan in eine Partnerstadt der Stadt Hasselt, die im Gegenzug den Japanischen Garten als Anlage erhalten hat. Orgelkultur ist in der asiatischen Welt nicht zu Hause und so war auch die Anekdote um eine in Hanoi/Vietnam restaurierte Orgel sehr spannend.

Flandern gehört aber zum größten Auftraggeber von Orgelbau und Orgelrestauration. Vier bis fünf Jahre muss man für die Restaurationen großer Kirchenorgeln aus Antwerpen oder Brügge rechnen.

Aber auch in unserer Region finden wir Schumacher Orgeln, zum Beispiel in Eupen im Kloster Heidberg, in Lüttich in der St. Barthélemy Kirche, in Kelmis St. Maria Himmelfahrt und in der St. Martinus Kirche in Aldringen (Burg Reuland), um nur einige Beispiel zu nennen.

Klar war auch die Ansicht von Guido Schumacher zu digitalen Orgeln. Das sei reine digitale Klangerzeugung, ohne Leben und ohne Vibration, ohne der einzigartigen Besonderheit eines jeden natürlichen Tons. Das würde auch in seinem Haus niemand als Musik bezeichnen.

Denkt jetzt nicht, wir hätten zwei Stunden trockene Theorie gehört und dabei die große Halle bestaunen dürfen, wir hatten auch die Chance, auf einer gebrauchten Hausorgel unser Können unter Beweis zu stellen. Sehr schnell stellten wir jedoch fest, dass es uns an ein paar Jahren Klavierunterricht fehlte.

Wir hatten sehr viel Freude, Herrn Guido Schumacher bei seinen Ausführungen zuzuhören an diesem verregneten Nachmittag und bedanken uns ganz herzlich bei ihm!

Text: Maria Hoen